Anleihen im Wertpapierdepot
Aktien sind für den langfristigen Vermögensaufbau kaum wegzudenken. Aber was ist mit Anleihen? Anleihen können aus Gründen der Diversifikation eine sinnvolle Ergänzung zu Aktien sein. Ob und in welchem Umfang sie ins Depot gehören, hängt allerdings vom persönlichen Anlagehorizont und der eigenen Risikobereitschaft ab. Bei einem reinen Aktiendepot hängt die Wertentwicklung vollständig von der Entwicklung der enthaltenen Aktien ab.
Die Beimischung von Anleihen kann Verluste nicht verhindern – insbesondere, weil Aktien und Anleihen in bestimmten Marktphasen gleichzeitig fallen können. Geeignete Anleihen können aber dazu beitragen, die Schwankungen und damit auch die möglichen Verluste des Gesamtdepots zu begrenzen. Das kann es leichter machen, auch in schwierigen Börsenphasen an der eigenen Anlagestrategie festzuhalten.
Der klassische Ansatz lautet:
Aktien fallen → Anleger suchen Sicherheit → Anleihen steigen
Diese gegenläufige Entwicklung kann zwar auftreten, sie ist aber keineswegs garantiert. Dass Aktien und Anleihen gleichzeitig fallen können, hat sich insbesondere in Phasen hoher Inflation und steigender Zinsen gezeigt. Ein möglicher Zusammenhang lässt sich vereinfacht so darstellen:
Inflation steigt → Zentralbank erhöht die Zinsen → Anleihekurse geraten unter Druck
Dass dieser Zusammenhang nicht nur Theorie ist, hat sich zuletzt wieder gezeigt: Steigende Inflationssorgen können die Erwartung höherer Leitzinsen verstärken. Steigen daraufhin die Marktzinsen, geraten die Kurse bereits ausgegebener Anleihen unter Druck. Denn neue Anleihen werden nun höher verzinst und machen ältere Anleihen mit niedrigeren Zinsen weniger attraktiv.
Die höheren Zinsen können auch die Aktienmärkte belasten:
Höhere Zinsen → Finanzierung wird für Unternehmen teurer und zukünftige Unternehmensgewinne werden an der Börse niedriger bewertet → Aktienkurse können fallen
In einem solchen Umfeld helfen Anleihen also nicht unbedingt dabei, Verluste bei Aktien auszugleichen. Das gesamte Depot kann trotz der Mischung aus Aktien und Anleihen gleichzeitig an Wert verlieren. Anleihen sind deshalb kein Airbag, der sich Verlusten am Aktienmarkt automatisch öffnet, sie können aber als Stoßdämpfer fungieren und die Ausschläge des Gesamtdepots abmildern.
Welche Anleihen sich für das eigene Depot eignen, hängt entscheidend davon ab, welche Rolle sie darin übernehmen sollen. Denn zwischen Staatsanleihen entwickelter Volkswirtschaften, Schwellenländer-Anleihen und Unternehmensanleihen gibt es erhebliche Unterschiede bei Risiko, Renditechancen und ihrer Wirkung auf die Stabilität des Gesamtdepots.
Im nächsten Beitrag schauen wir uns diese Unterschiede genauer an.
Bildnachweis: Gemini ai
Quellen
Finanztipp, 17.08.2026: „Was du über eine Anlage in Anleihen wissen solltest“. https://www.finanztip.de/anleihen/
Stiftung Warentest, 10.08.2026: „Das Pantoffel-Portfolio – bequem und erfolgreich“. https://www.test.de/Anlagestrategie-Pantoffelportfolio-Einzahlphase-5179990-0/
Wirtschaftswoche, 18.05.2026: „Was die Turbulenzen am Anleihemarkt für Anleger bedeuten“. https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/inflationsangst-was-die-turbulenzen-am-anleihemarkt-fuer-anleger-bedeuten/100225812.html
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