Ölkrise & Iran-Konflikt

Illustration der Weltkugel, auf die ein Zapfhahn Öl träufelt

Der Blick auf die Zapfsäulen und die Stromrechnung lässt derzeit wenig Gutes erahnen: Der anhaltende Konflikt mit dem Iran hat die Ölpreise massiv nach oben getrieben. Im März 2026 kletterten die Notierungen zeitweise auf über 120 US-Dollar pro Barrel. Für die weltweiten Aktienmärkte ist das eine enorme Belastungsprobe. Analysten beobachten vor allem die Lage an der Straße von Hormus mit Sorge. Sollte dieses strategische Nadelöhr, durch das rund 20 % des globalen Öls fließen, länger blockiert bleiben, droht eine Stagflation. Das ist ein gefährlicher Mix aus einer stagnierenden Wirtschaft und gleichzeitig steigenden Preisen (Inflation).

Die Auswirkungen auf die Aktienkurse sind unterschiedlich. Es gibt Branchen, die unter den hohen Energiekosten massiv leiden, und Sektoren, die eher stabil bleiben. Besonders hart trifft es die Luftfahrt, Logistikunternehmen und die Automobilindustrie. Diese Branchen können die explodierenden Kosten oft nicht schnell genug an die Kunden weitergeben. Rüstungskonzerne hingegen verzeichnen aufgrund der militärischen Lage eine Sonderkonjunktur. Auch der Sektor der erneuerbaren Energien rückt als strategische Alternative zum Öl wieder stärker in den Fokus.

Wenn es an der Börse ungemütlich wird, flüchten viele Anleger in Gold oder den US-Dollar. Auch Kryptowährungen als alternative Anlageform könnten wieder ein Comeback feiern.

Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen ist die Dauer des Konflikts. Sollte der Krieg länger als einen Monat anhalten, steigt die Gefahr einer globalen Rezession sprunghaft an. Dabei sind die Regionen unterschiedlich verwundbar: Während die USA durch ihre eigene Ölproduktion einen Puffer haben, sind Europa und Asien als Nettoimporteure stark gefährdet. Für die Eurozone prognostizieren Ökonomen nur noch ein Mini-Wachstum von maximal ein Prozent, falls die Preise dauerhaft hoch bleiben. Ein echter „Bärenmarkt“ – also ein Rückgang über einen längeren Zeitraum von mindestens 20 Prozent vom letzten Höchststand – ist zwar noch nicht das gesetzte Szenario, doch die Unsicherheit dürfte uns noch eine Weile begleiten.

 

Bildnachweis: Gino Crescoli auf Pixabay

Quellen

n-tv, 13.03.2025: „Iran-Krieg und Zinssorgen belasten Börsen“.  Der Börsen-Tag: Iran-Krieg und Zinssorgen belasten Börsen  - ntv.de

Managermagazin, 10.03.2026: „Iran-Krieg: So brachte der Ölpreis-Schock die Märkte in Aufruhr.“ Iran-Krieg: So brachte der Ölpreis-Schock die Märkte in Aufruhr - manager magazin

The Guardian, 09.03.2026: „How high could oil prices go – and what might the global economic fallout be?  How high could oil prices go – and what might the global economic fallout be? | Economics | The Guardian

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